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Marktkirche zum Heiligen Geist

Marktkirche zum Heiligen Geist in Clausthal

Bei der Marktkirche zum Heiligen Geist in Clausthal-Zellerfeld handelt es sich um die größte Holzkirche in Deutschland und zugleich um eines der wichtigsten Denkmäler des norddeutschen Barocks. Mit seiner blauen Fassade sticht das Bauwerk sofort ins Auge. Blau galt einst als die Farbe der göttlichen Weisheit. Im Lauf der Jahrhunderte erhielt die Kirche wechselnde Anstriche. Mal erstrahlte sie in blauer Nuance, dann in Hellgrün, Dunkelgrau, später auch mal in Ockergelb und Grau. Auch eine Verkleidung aus Schiefer zierte zeitweise das Gebäude. Seit 2013 ist die Fassade wieder blau. Komplett aus Fichten- und Eichenholz erbaut bietet das 26 Meter breite und 57 Meter lange Gebäude rund 1.200 Gästen Platz. Der Glockenturm verfügt über eine Höhe von 30 Meter. Es gibt einen Uhrenturm mit zwölf Fenstern, die jeweils eine Stunde symbolisieren.

Der Bau der Marktkirche zum Heiligen Geist fand in den Jahren 1639 bis 1642 sowohl im Auftrag der Stadt Clausthal als auch durch die Bergbaubehörde statt. Die Kirchenglocken dienten damals zugleich als Anläuteglocken, um die Bergleute im Harz zu wecken und über den Schichtbeginn, das Schichtende, das An- und Ausfahren zu informieren. Die Bergwerke finanzierten aufgrund ihrer guten Ertragslage den Bau der Kirche zu einem großen Teil, denn nachdem ein Großbrand im September 1634 über ein Drittel Clausthals zerstörte, besaß die Stadt nur noch wenig Geld, um das Vorhaben zu unterstützen. Das Feuer ergriff auch die ehemalige Marktkirche mit dem Lehr- und Pfarrhaus. Die durch den Brand in Mitleidenschaft gezogenen Kirchenglocken kamen 1636 zum Neuguss nach Einbeck. 1637 war man mit dem Bau soweit fortgeschritten, dass der Glockenturm fertig dastand. Im Jahr 1639 folgte die Grundlegung für das Kirchenschiff. Am Pfingstsonntag des Jahres 1642 fand schließlich die feierliche Einweihung statt. In den nachfolgenden Jahren gab es eine Reihe an Umbauten.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört heute noch das Mittelschiff, in dem sich bis 1780 die Gräber wichtiger Persönlichkeiten, unter anderem zahlreicher Oberbergmeister befanden. Inzwischen wurden einige der Grabplatten hinter den Altar gebracht. Der im Jahr 1642 errichtete Altar stammt von Andreas Gröber und wird dem Frühbarock zugeordnet. Die Altartafel war ein Geschenk des Oberbergmeisters Georg Illing. Ebenfalls von Andreas Gröber stammen die kunstvoll gestaltete Kanzel und der Taufstein. Zu den schönsten Instrumenten im Harz zählt die Orgel. Bis heute gut erhalten ist der von Johann Albrecht Unger geschaffene Rokoko-Orgelsprospekt aus dem Jahr 1758. Die Tier- und Pflanzenornamentik sowie die musizierenden Engel ergeben ein fulminantes Bild. Ebenso prunkvoll strahlt der große Kronleuchter in der Kirchenschiffmitte.

Adresse:
An der Marktkirche
38678 Clausthal-Zellerfeld