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Arboretum Bad Grund - WeltWald Harz

WeltWald Arboretum in Bad Grund im Harz

Arboretum Bad Grund - WeltWald Harz

Das Arboretum WeltWald Harz ist eine einzigartige Sehenswürdigkeit im Nordwesten des Harzes in der Nähe von Bad Grund in Niedersachsen. In dem Areal wachsen neben den herkömmlichen heimischen Bäumen auch Tausende von Gewächsen, Gehölzen und Baumarten aus anderen Ländern der Erde, wobei diese allesamt aus gemäßigten Klimazonen stammen. Das Arboretum entstand im Jahr 1975 mit Hilfe des Niedersächsischen Forstamtes Riefensbeek und dessen Mitarbeitern. Es handelt sich dabei um einen der größten botanischen Waldgärten in Deutschland. Auf dem ungefähr 100 Hektar großen Areal wachsen rund 600 Gehölzarten. Darunter sind solche seltene Exemplare wie das Weinblattahorn, der Hirschkolbensumach und die Gurken-Magnolie zu finden. Von den vor rund 30 Jahren gepflanzten 113 000 Bäumen und Sträuchern überlebten bis zum Jahr 2000 rund 45 000 Exemplare aus 522 Arten, wobei sich darunter 285 Baumarten befinden. Die Gewächse stammen aus Zentral-, Nord-, Ost- und Südostasien, aus dem Mittelmeerraum, Westsibirien, Vorderasien und großen Teilen Europas sowie aus dem westlichen und östlichen Nordamerika.

Der Wanderer erreicht das Arboretum schnell und bequem von den Parkplätzen an der Hübichalm und am Hübichenstein aus. Dank detaillierter Wegbeschreibungen findet man sich sehr gut zurecht. Auch die einzelnen Bäume werden anhand von Tafeln erläutert. Seit dem Jahr 2012 ist das Arboretum um eine Attraktion reicher. Ein rund 1,7 Kilometer langer Pfad führt den Spaziergänger von den Gehölzen der Pazifikküste bis zu den Bäumen der Rocky Mountains. Es warten unterwegs interessante Informationen und auch Sehenwürdigkeiten über das Leben der Indianer und ihre ursprüngliche Heimat. Darüber hinaus finden regelmäßig Sonderveranstaltungen statt wie das Anbieten von Weihnachtsbäumen und Schnittgrün in der Vorweihnachtszeit. Zweimal jährlich nutzen die Freunde des Nordic Walking das Areal für ihren Sport. Führungen informieren die Urlauber über die ökologischen Zusammenhänge und sind vor allem während der Rhododendrenblüte im Frühling und im Indian Summer im Herbst beliebt, wenn das Laub in verschiedenen Farben erstrahlt.

Das Arboretum erfüllt nicht nur den Zweck eines Schauparks für interessierte Besucher, sondern dient auch der wissenschaftlichen Forschungsarbeit. Die Niedersächsischen Landesforsten untersuchen hier im Freilandversuch die Art und Weise, wie sich die fremdländischen Gewächse an das heimische Klima im Harz anpassen und welche Wuchseigenschaften sie hierbei entwickeln. Die über die jeweiligen Standortansprüche gewonnenen Erkenntnisse nutzt man anschließend für spätere Anbauversuche. Erklärtes Ziel ist es, keine instabilen Reinbestände anzulegen, sondern den Wald mit den jeweiligen Klimazonen so strukturreich wie möglich mit verschiedenen Baum- und Straucharten zu gestalten. Somit entstehen in sich geschlossene Lebensräume. Etwa alle fünf Jahre ermitteln die Mitarbeiter des Erlebnisareals die Höhe der Bäume, um deren Entwicklung anhand eines langfristig konzipierten Mess- und Beobachtungsschemas mitzuverfolgen. Es erfolgt eine Erfassung der abiotischen und biotischen Schäden, also der Einflüsse mineralischen und chemikalischen Ursprungs und der negativen Folgen, die beispielsweise Fraßfeinde verursachen. Diese Schäden werden im Bezug auf den Jahresverlauf detailliert erfasst. Außerdem findet eine regelmäßige Holzentnahme statt, um die Eignung der fremden Baumarten hinsichtlich der wirtschaftlichen Verwertbarkeit zu überprüfen.

Das Arboretum befindet sich teilweise in der Clausthaler Kulmfaltzone und zum anderen Teil im Riffkalkblock des Iberg-Komplexes. In der Regel herrschen lehmige, schluffige und basenarme Silikatverwitterungsböden mit einem frischen bis mäßigen Wasserhaushalt und einer guten bis mäßigen Nährstoffversorgung vor. Die Anlage befindet sich im Übergangsbereich der montanen zur submontanen Höhenstufe in einer Höhe zwischen 305 und 448 Metern. Natürlicherweise käme hier der Hainsimsen-Buchenwald als mögliche Waldgesellschaft in Betracht.