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Ottiliae-Schacht

Der Ottiliae-Schacht in Clausthal-Zellerfeld

Der Ottiliae-Schacht befindet sich am westlichen Rand von Clausthal-Zellerfeld zwischen dem Clausthaler und dem Zellerfelder Tal. Der Ottiliae-Schacht war kein eigenständiges Bergwerk im Harz. Er fungierte vielmehr als zentraler Hauptförderschacht für die Rohstoffe des Zellerfelder, Burgstätter und Rosenhöfer Gangzuges. Mit Kähnen transportierte man das Erz aus einer Entfernung von etwa sechs Kilometern über tiefliegende Wasserstrecken zum Schacht. Am dortigen Hafen befestigte man die Förderkästen an einem Seil und zog sie nach oben. Auf der Hängebank entleerten die Bergleute die Kästen in Wägen und fuhren sie ins Brechhaus. Von dort gelangten sie schließlich in die Erzaufbereitung.

Der Ottiliae-Schacht ist Teil der Grube Rosenhof und nach dem von 1821 bis 1904 lebenden Berghauptmann Ernst Hermann Ottiliae benannt. Nachdem sich im Jahr 1930 die Weiterführung des Betriebs nicht mehr lohnte, kam es zur Stilllegung der Clausthaler Bergwerke, aufgrunddessen auch der Ottiliae-Schacht seine ursprüngliche Funktion verlor. Nach dem Einstellen der Wasserhaltung soff das Grubengebäude weitgehend ab, ehe später eine alternative Nutzung erfolgte.

Markantes Wahrzeichen des Ottiliae-Schachts ist der schon von Weitem sichtbare Förderturm. Bei der im Jahr 1876 errichteten Stahlkonstruktion handelt es sich um Deutschlands ältestes Fördergerüst aus Stahl. Das Bauwerk gehört außerdem zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der Besucher erreicht den Förderturm mit der Förderbahn. Die Fahrt mit der historischen Grubenbahn beginnt am Alten Bahnhof. Auf einer Schienentrasse geht es rund zwei Kilometer weiter durch grüne Wälder und Wiesen bis zum Ottiliae-Schacht. Auf diese Art und Weise fuhren einst die Bergleute zu ihren Arbeitsplätzen. Noch gegen Anfang des 20. Jahrhunderts brachte man das Erz vom östlich gelegenen Kaiser Wilhelm II.-Schacht zwecks Aufbereitung zum Ottiliae-Schacht. Am Förderturm angekommen endet der Ausflug mit der Tagesförderbahn und der Besucher widmet sich der Schachtanlage sowie der Dampf- und Fördermaschine.

Das Gelände ist mittlerweile eine Außenstelle des Oberharzer Bergwerksmuseums und bietet somit interessante Sehenswürdigkeiten. Zu sehen sind die Schachthalle mit dem bereits erwähnten Fördergerüst aus Stahl auf dem ehemaligen Zechenplatz. Im Fördermaschinenhaus befindet sich im vorderen Teil die noch funktionsfähige, im Jahr 1914 gebaute Förderhaspel. Im hinteren Teil informiert eine Ausstellung über die Schachtfördertechnik im oberen Harz. Erhalten sind ebenfalls das Einlaufbauwerk der Turbinenfallleitung und das Rechenhaus. Das alte Zechenhaus ist heute bewohnt. Der Betrachter erkennt außerdem das Fundament des alten Schornsteins, der einst zum inzwischen abgerissenen Kesselhaus gehörte.

Adresse:
Bahnhofstraße 5A
38678 Clausthal-Zellerfeld