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Wurmberg

Der Wurmberg im Sommer

Der höchste Berg in Niedersachsen

Der Wurmberg in Braunlage ist eine Sehenswürdigkeit der Superlative, denn die Spitze erreicht der Besucher mit der längsten norddeutschen Seilbahn. Die für sechs Personen gestalteten Kabinen sind nach einer knappen Viertelstunde am Gipfel angelangt. Dabei bewältigt die Seilbahn eine Strecke von über 2 800 Metern. Start ist an der Talstation in etwa 565 Metern Höhe in Braunlage, die Mittelstation befindet sich in einer Höhe von rund 727 Metern. An der Mittelstation lädt ein gemütliches Café zur Einkehr ein. Gut gestärkt geht es bei einer immer besser werdenden Aussicht weiter auf den Gipfel.

Es ist aber auch möglich, den Gipfel zu Fuß zu besteigen. Oben auf dem Berg gibt es ein Restaurant mit einer Sonnenterrasse. Die Blicke schweifen bis zum rund vier Kilometer entfernten 1.142 Meter hohen Brocken. Ist die Sicht sehr klar, dann erkennt man sogar den im Thüringer Wald gelegenen Großen Inselberg und die Wasserkuppe in der Rhön. Das Kyffhäuser Gebirge mit dem Kyffhäuser-Denkmal und die Kasseler Berge sowie im Osten die Magdeburger Börde sind vom Wurmberg aus ebenfalls zu sehen.

Noch etwas höher hinaus geht es auf dem 2019 vollendeten 32 Meter hohen Wurmbergturm. Der Aufstieg auf den Turm kann wahlweise über die 162 Stufen oder mit einem Fahrstuhl erfolgen. Auf den beiden Aussichtsplattformen lässt sich in den Herbst- oder Wintermonaten bei idealen Sichtbedingungen sogar die Nordsee erahnen. Wem der Aufstieg zu lange gedauert hat, kann über eine 29 Meter lange Tunnelrutsche wieder den Weg nach unten wählen. Dort gibt es einen Souvenirshop mit kleinen Andenken.

Der Gipfel

Wer von der Bergstation der Seilbahn zur Wurmberg-Alm läuft, kommt am Gipfelkreuz vorbei. Vor dem Eingang der Gastronomie befindet sich zudem der Schneebalken, der angibt, wie hoch der Schnee in den letzten Jahren gefallen ist. Die Wetterstation informiert darüber hinaus über die aktuell herrschenden Temperaturen und sämtliche Wetter- und Klimadaten. Ein lohnendes Ausflugsziel ist hier die Berg-Erlebniswelt. Hier lädt ein künstlich angelegter See zu einer Umrundung ein. Zahlreiche Wasserspielgeräte und eine Wasserlandschaft zum Planschen und Matschen lassen das Herz der kleinen Besucher höher schlagen. Zur Verfügung stehen Rinnensysteme, Klöppelpumpen, Stau- und Umleitungseinrichtungen sowie Tänzelsteine, Wassertreppen, Erdrutschhügel und Sandspielflächen.

Einst gehörte zu den Sehenswürdigkeiten eine Skisprungschanze, die im Winter Schauplatz zahlreicher Wettkämpfe war und eine Sprungweite von maximal 100 Metern zuließ. Diese wurde 2014 aufgrund des schlechten Zustandes der Bausubstanz abgerissen. Seitdem gibt es immer wieder Planungen für einen Neubau.

Familien mit Kindern freuen sich über die beiden Spielplätze am Gipfel und den Streichelzoo. Vor allem Jugendliche begeistern sich für den Spaß und die Action mit dem Monsterroller. Freunde des Mountainbikens kommen auf dem Wurmberg ohnehin voll auf ihre Kosten, denn den Downhill-Sportler erwartet eine 4,5 Kilometer lange Strecke, auf der er 411 Höhenmeter überbrückt. Die Strecken im Bikepark Braunlage sind sogar 20 Kilometer lang und gehören somit zu größten MTB-Anlagen in Europa.

Skifahren

Im Winter verwandelt sich das Bike- und Wanderparadies in ein Eldorado für Ski- und Snowboardfahrer im Harz. Auf dem Wurmberg ist die Skischule Oberharz ansässig und bietet Anfängern sowie Fortgeschrittenen eine fachlich kompetente Unterstützung. Es stehen 15 verschiedene Abfahrten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zur Verfügung, wobei die Hauptstrecken Längen von 2.650 und 1.750 Metern aufweisen. Die schwierigsten Pistenverhältnisses findet man auf den Hexenritt. Auf einer engen, naturbelassenen Waldschneise geht es 550 Meter bergab und die Strecke sollte nur von Könnern befahren werden. Am Kaffeehorstlift befinden sich spezielle Pisten für Snowboarder. Weitläufig und vielfältig gestaltet sich außerdem das Loipennetz für Skiwanderer und Langläufer.

Freude bereitet auch die Teilnahme an einer geführten Schneeschuhwanderung. Ein Kunsteisstadion steigert die Attraktivität des beliebten Wintersportzentrums in Braunlage. Man darf gespannt sein, was die Zukunft noch bringen wird, denn für den touristischen Ausbau des Wurmbergs als Top-Wintersportgebiet im Norden Deutschlands steht ein Investitionsvolumen von über acht Millionen Euro bereit.

Die Geschichte des Berges

Erstmalig wurde der Wurmberg im 13. Jahrhundert in den Lehnbüchern der Grafschaft Regenstein-Blankenburg im Zusammenhang mit dem Eisenerzbergbau erwähnt. Später gab es dann zahlreiche unwissenschaftliche Spekulationen darüber, ob auf dem Berg keltische Kultrituale durchgeführt wurden. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auf der Bergspitze ein Signal zur Vermessung der umliegenden Region errichtet, worauf 1890 ein Holzturm für trigonometrische Messungen folgte. 1922 wurde dann eine Skisprungschanze erbaut, die in den 1950er Jahren durch eine Gaststätte ergänzt wurde. Während des kalten Krieges errichteten 1972 die US-Geheimdienste auf dem Berggipfel einen Turm, mit dessen Antennenanlagen der Funkverkehr der damaligen Ostblock-Staaten abgehört wurde. 1992 wurde der Betrieb der Anlage eingestellt und am 22.08.1994 erfolgte die Sprengung des Turms. Noch heute erinnern Betonreste an die Anlage.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Steinbruch angelegt, aus dem der sogenannte Wurmberg-Granit abgetragen wurde. Zu diesem Zweck erbaute man 1899 den Güterbahnhof , in dem die Roh- und Werksteine verladen wurden. Der Steinbruchbetrieb wurde 1974 eingestellt. Obwohl der obere Steinbruch mit Abraum gefüllt wurde, ist die eindrucksvoll hohe Gesteinswand des unteren Teils des Steinbruchs noch immer sichtbar.

Gastronomie

Auf dem Wurmberg befindet sich die bekannteste Gastronomie Braunlages, die "Wurmberg Alm". Diese befindet sich direkt an der Bergstation des Sessellifts und bietet einen herrlichen Blick auf die Berge des Harzes und weit darüber hinaus. Das urige Hütten-Ambiente wird von Skifahrern Mountainbikern und Wanderern gleichermaßen geschätzt. Gerade an warmen Tagen ist die Sonnenterrasse ein beliebter Treffpunkt, auf der die Gäste bei Kuchen oder auch einer deftigen Mahlzeit in einer geselligen Runde zusammensitzen können. Im Winter wärmen sich die Wintersportler bei einem Heißgetränk am Kamin wieder auf.

Nicht minder beliebt ist das Rodelhaus, dass sich 250 Höhenmeter tiefer, in einer einmaligen Waldlage in der Nähe der Mittelstation der Wurmbergseilbahn befindet. Die Malzeiten, die dort zubereitet werden, folgen der Slow-Food-Philosophie, dass heißt, die Produkte entstammen einer umwelt- und artgerechten Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei und werden fast ausschließlich von regionalen Erzeugern bezogen. So stammt beispielsweise das Rindermett vom Harzer Roten Höhenvieh, der Honig aus einer benachbarten Imkerei und die Kräuter für die Currywurst aus dem Kräuterpark Altenau.